Ginzling - Ehrenburg

WiMa.gif (23848 Byte) by Cornelia Hirschmann

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Ginzling (985) - Schlegeis-Speicher (1782) - Ht. Zamsgatterl - Pfitscher Joch (2246) - Pfitscher- Joch-Haus/Rif. Passo di Vizze (2275) - St. Jakob/San Giacomo (1449) - Fußendraß (1381) - Großberg Alm (1932) - Pfunderer Joch (2568) - Wartenberg Alm (2039) - Pfunders/Fundres (1196) - Vintl/Vandoies (756) - Ehrenburg/Casteldarne (806)

85 km, 2510 hm, 6:49

Etappe 1

Etappe 1

Grafik: Widmann mit HACtronic

Nach einem wirklich guten und reichhaltigem Frühstück und einem "historischen" 

Foto (Beginn der interDolomiti 2002) suchen wir uns - nicht allzu früh am Morgen - die Mautstraße, die zum Schlegeis-Speicher führt - was uns nicht wirklich Mühe bereitet. So beginnt die Tour heuer eben auf Asphalt, nicht allzu steil, durchsetzt von einigen pechschwarzen Tunnels.

Nach ereignislosen 800 hm treffen wir uns wieder an der Talsperre und werfen

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Beim Tourstart in Ginzling

Foto: Widmann

einen ausgedehnten Blick auf die Gletscherwelt, bevor wir entlang des Sees zu

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einer "Pommes-Bude" (Wilfried) fahren, um dort endlich den Asphalt zu verlassen und ab jetzt auf einem Wanderweg zum Pfitscher Joch fahren. Fahren? Na ja, zunächst schon noch später wird das dann unmöglich und wir müssen unsere Drahteseln schieben und des öfteren sogar tragen. Das Ganze hat einen deutschen Bergwanderer (der mit "Mutti da hoch zum Joch klettert" dermaßen verwundert, dass er uns mit den Worten

Blick von der Talsperre auf die Serpentinen der Mauthstraße

Foto: Widmann

"das muss ich meinem Sohn zeigen, wohin die Ösis überall ihre Fahrräder mitnehmen" um ein Foto gebeten hat ...

Auf dem Weg zum Joch treffen wir auch so ziemlich einen der ersten Biker: wir holen einen "Typen" mit einem ADFC-Leibchen (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, denke ich) ein, der sich mit einer Mischung aus einem Trekking-Rad und einem MTB und sehr, sehr viel Gepäck in Packtaschen abmüht. Erst später erfahren wir von ihm, dass er alleine am Weg nach Venedig ist und sich das Rad mehr oder weniger vom Sperrmüll geholt hat ("Mit dem Sperrmüllrad über die Alpen").

Oben am Joch warten wir wieder zusammen und überqueren gemeinsam die

Grenze nach Italien, das uns gleich mit einem rasanten Downhill auf "Schwimm-Schotter" (und später Asphalt) begrüßt - so etwa 900 der vorhin mühsam erarbeiteten Höhenmeter werden gleich wieder vernichtet, bevor die wahre Herausforderung des Tages auf uns wartet - und  das nach bereits 1200 absolvierten HMs (= immerhin 2x auf die Gis rauf) ...

Ohne Mittagessen (grober Fehler: so eine kleine Rast wirkt meist Wunder und lässt einem den zweiten Teil mit der Frische des Morgens angehen) erreichen wir das Örtchen Flußendraß und verlassen die kleine Straße nach links über eine kleine Brücke in Richtung Pfunderer Joch. Und bald schon zerplatzt

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Gerhard - halb in Italia, halb in Österreich

Foto: Widmann

die kleine Hoffnung auf eine "gemütliche" Auffahrt auf der markierten MTB-Route: Oberschenkel-zerfetzend steil geht es gleich von Beginn an los - und entscheidend flacher wird es eigentlich erst 1200 hm weiter oben! Vielen der Biker ist es ganz einfach zu anstrengend ("Hier herauf habe ich 80% geschoben").

Dabei beginnt alles einigermaßen ok: gut, die Forststraße ist steil und: gut, ich habe

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nicht wirklich viel gegessen, aber der Motor läuft rund und verbrennt den Treibstoff "Power Bar" ganz brav ohne allzu viele (?) Abgase zu hinterlassen. Das Tempo scheint auch zu stimmen, denn nach und nach holen wir einzelne Biker ein ... besonders das Grüppchen, das bei einer Alm (Großberg Alm?) ein kleines Päuschen macht, ist mir in Erinnerung geblieben.

Dann tritt der Wald zurück und wir 

"Was treiben denn die Zweibeiner jetzt schon wieder?"

Foto: Widmann

befahren eine eindrucksvolle Hochfläche, die uns auch den Blick zum Joch freigibt:

der Anblick von 4-500 steilen Höhenmetern können einem bei grauem Wetter und halbleeren Tanks ganz schön frustrieren! Hier beginnt der Weg auch zusehends schlechter zu werden und die Furt nahe der weggerissenen Steinbrücke hätte ich beinahe verpasst. Ab da muss man dann immer öfter seine Cleats ausklinken, weil der eine oder andere Steinsturz den Weg unfahrbar gemacht hat ... außerdem wird es immer grauer und kälter: also ein wenig aufs Tempo drücken, damit einem nicht zu kalt wird.

Oben am Joch warten wir wieder zusammen - und da ist dann auf alle Fälle ein langes Leiberl, eine lange Hose und die Goretex-Jacke nötig ... und

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Das Pfunderer Joch: mit 2586 m der höchste Punkt

Foto: Widmann

auch für die Abfahrt bleibe ich in "lang-lang" - auf fast 2600 m ist es einfach schon 

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ganz schön frisch! Und nebenbei bemerkt: das war übrigens der höchste Punkt der interDolomiti 2002.

Die Abfahrt erinnert mich stark an den Downhill vom Fimber Pass: technisch schwierig (verblockt, Stufen, enge Kehren) und "unendlich" lange ... ich brauche einige Zeit, bis ich mich wieder daran gewöhnt habe - auch scheine ich

In d'Berg - am Pfunderer Joch!

Foto: Widmann

wieder um einen Tick feiger geworden zu sein! Na, egal: wenigstens habe ich keinen Sturz zu verzeichnen - allerdings müssen die beiden Co's schon ein wenig auf mich warten!

Am letzten Stück sind dann die steileren Abschnitte (vmtl. wegen der Befahrbarkeit?) betoniert - für mich ein Zeichen, wie extrem der Karrenweg hier angelegt worden ist; doch bald "landen" wir auf einer herkömmlichen Asphaltstraße, die uns bis nach Pfunders führt. Vorher ist jedoch eine kleine Kaffeepause (mit super Buttermilch-Kuchen) fällig ... und irgendwann wird es dann auch endlich wieder warm, sodass das lange Zeug wieder im Rucksack verschwinden kann.

Eigentlich hätte ich in der Planung ja Pfunders/Fundres als Etappenort vorgesehen gehabt ... wir fahren aber weiter - genau so in Vintl/Vandoies. Dort versuchen wir dann, Stanciu's Weg Richtung Kronplatz/Plan de Corones zu finden, was uns allen Anschein nach auch gelungen ist (so sicher bin ich mir nicht, aber was soll's!). Der neue Radweg ist nämlich gerade "under construction" und so kommen wir an eine 

Stelle, wo dieser erst einmal zu Ende ist. Erst bei näherem Hinsehen, entdecken wir, dass etwa 10 hm weiter oben (vmtl.) der alte Weg zu sehen ist - es liegt nur eine kleine Böschung zwischen uns und dem Weiterkommen. Verzweifelt kämpfen wir gegen das lockere Geröll an (Ostbahn-Kurti: "Zwa Schriad fiare, an Schriad zrug") und es kostet uns wirklich eine Menge Kraft und Zeit bis wir alle oben stehen - kaum zu glauben.

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Zwa Schriad fiare - ein Schriad zrug!

Foto: Widmann

Außerdem hat mir Gerhard, der Killer (;-)) auch noch einen Stein aufs Schienbein geschmissen, so dass ich ab jetzt mit einem blutigen Bein die interDolomiti bestreite!

Es wird immer später und endlich suchen wir uns ein Quartier für die zweite Nacht: Ehrenburg/Casteldarne gibt sich die Ehre ... leider ist es dort alles andere als einfach, denn von den zwei Pensionen ist eine voll und die andere eher teuer (€ 26,- für NF), und auch in punkto Restaurant und Cafe verhält es sich mit der Auswahl ganz ähnlich! Aber eigentlich ist der Gh. Obermair eh ganz ok gewesen ...

 

© Manfred Widmann

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