Fanes - Cse. Brusolade

WiMa.gif (23848 Byte) by Cornelia Hirschmann

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Faneshütte/Rif. Fanes (2060) - Limojoch/Passo di Limo (2172) - Malga Fanes Grande - Pnte de ra Piencia - Camoing Olympia - Cortina d'Ampezzo (1211) - Lago Pianozes - Malga Federa - Rif. Croda da Lago (2046) - Forcella Ambrizzola (2277) - Forcella Roan (2075) - Forcella Staulanza (1773) - Malga Vescova - Alleghe (979) - Masare (978) - San Tomaso (1080) - Rif. Lagazzon - Caviola la Mora - Cse. Brosulade (1145)

78 km, 2490 hm, 7:02

Etappe 3

Etappe 3

Grafik: Widmann mit HACtronic

Anscheinend hat es sich in der Nacht wirklich "ausgeregnet", denn es empfängt uns der Morgen mit strahlendem Sonnenschein und glasklarer, frisch gewaschener Luft. Und das alles in einem enormen Hochkessel auf über 2000 m - eingerahmt von Bergriesen ... da könnte man schon ins Schwärmen kommen! Das war genau der Grund, warum wir gestern Abend hier bleiben wollten: die Fanes muss man sich wirklich auch einmal bei gutem Wetter gönnen!

Als nächstes "gönnen" wir uns ein für eine Berghütte wirklich gutes Frühstück mit Müsli und dann die paar Höhenmeter (etwa 100) rauf zum Limojoch/Passo di 

Limo und ab da eine laaaange Abfahrt - im Prinzip bis nach Cortina d'Ampezzo, also über etwa 1000 hm.

Zunächst geht es auf einem hurtigen Schotterpfad über die Malga Fanes Grande weiter bis unter die Baumgrenze und dann auf waldigem Untergrund bis zu der Stelle, an der jene Alternative abzweigt, die wir uns gestern in dem italienischen Uralt-MTB-Führer zusammengeklaubt haben. Wir beschließen diese Variante letztendlich nicht zu versuchen, da wir eine Tragestrecke von etwa 100 - 200 Höhenmetern vermuten ... und dazu haben wir einfach heute keine Lust.

Also fahren wir auf dieser offiziellen MTB-Route

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Die lange Abfahrt von der Fanes nach Cortina

Foto: Widmann

(Heißt die nicht irgendwie Fanes-Runde oder so? Vielleicht sollt man diese Runde einfach einmal fahren, denn was ich davon gesehen habe, gehört wirklich zum Allerfeinsten!) weiter bis zur Ponte de ra Piencia, auf der wir auf die andere Seite des Flusses wechseln. Ab da schlängelt sich ein kleiner Pfad fast höhengleich am Camping Olimpia (kein Tippfehler) vorbei bis uns schließlich auf einer kleinen Wiese ein herrlicher Blick auf Cortina, die Tofana, etc... geboten wird. Der "Wetterbericht"? Nun, hier ist alles bestens, wenn wir allerdings in die verschiedenen Täler schauen, vermuten wir nicht allzu Feines: wenn wir heute nicht nass werden, dann grenzt das wirklich an ein Wunder! Wenn nicht auf dieser Seite der Forcella Ambrizzola, dann eben auf der anderen ...

Wir rollen durch Cortina d'Ampezzo ohne die Atmosphäre so richtig zu genießen ... und schon ruft der erste gröbere Anstieg des Tages: es geht in 

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Richtung Croda da Lago, ein gewaltiger Berg im Westen von Cortina. Und leider erneut: wieder eine absolut reizlose, übermäßig steile Forststraße über gut 1000 hm, der man wohl nur dann etwas abgewinnen kann, wenn man auf Schmerzen steht ;-) Neinein, wollen wir einmal nicht übertreiben: vor allem bis zur Malga dort oben geht es ganz gut; aber dann, die letzten 

Blick von der Malga Federa Richtung Cortina d'Ampezzo

Foto: Widmann

Höhenmeter auf der neugebauten und daher noch sehr losen Forststraße bis zum Rifugio Croda da Lago müssen wohl alle Biker vom Sportgerät!

Im Rif. warten wir wieder zusammen und nehmen einen kleinen (?) Imbiss. Eine 

längere Rast verleidet uns die Wolkenfront, die droht, uns den von hier aus gut sichtbaren Weg zum Forcella Ambrizzola zu vermiesen. Also "pock mas": das Finale des Berges (eigtl. Sattels) in Form von besten 200 hm teilweise etwas ausgesetzten MTB-Weg. Das Wetter hält und auch die Oberschenkel sind nach der Stärkung wieder willig! Kommentar einer deutschen Wandrerin: "Na, kein 

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Zum Forcella bei drohendem Regen

Foto: Lanzenberger

Wunder, der hat ja auch in der Hütte zwei Stück Kuchen gegessen!" - Irrtum: drei waren's!

Leider können wir auch hier die Aussicht nicht so richtig genießen - immer sitzt uns

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Beste Bikerei aufs Forcella Ambrizzola

Foto: Widmann

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Blick vom Forcella nach Cortina d'Ampezzo

Foto: Widmann

die Gewitter-Faust im Nacken. Also geht es relativ rasch über die (den?) Forcella Roan abwärts zum Passo Staulanza - alles auf "trialigem" Pfad, der schließlich am Pass in Asphalt mündet. Obwohl wir zunächst noch in die Karte schauen, wird ab hier die Orientierung ziemlich einfach: an allen wesentlichen Knotenpunkten findet sich eine kleine grüne Markierung der heurigen MTB Transalp Challenge: daher runter bis zur ersten Kehre und dort gerade aus wieder in die Pampa.

Immer auf "grün" führt uns der Weg vorbei an der Malga Vescova und über einen kurzen aber unmöglich zu fahrenden Anstieg in das Skigebiet von Alleghe. Ich 

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freue mich schon auf gemütliche 500 hm nach unten, werde aber von einem fast-Sturz jäh aus meinen Träumen gerissen: wie vor etwa einem Jahr rutsche ich bei einem Bunny Hop aus dem linken Pedal, kann mich aber diesmal gegen einen Sturz bei gut 40 km/h mit aller Kraft wehren ... dabei muss ich so viel einsetzen, dass mir a) jetzt noch die Schulter weh tut, ohne irgendwie auch nur draufgefallen zu sein und mir b) schlagartig vom Schock wirklich speiübel wird. Leider bin ich letzter, sodass ich mir nicht die Zeit nehmen kann, die ich eigentlich brauchen würde, und so muss ich in diesem Zustand einen der schwierigsten und wahrscheinlich auch gefährlichsten Downhills der interDolomiti angehen. Was so arg daran war? Ziemlich eng, ausgewaschen, mehr ein 

Trickreiche Abfahrt zum Passo Staulanza

Foto: Widmann

Gerinne, als ein Weg, große Steinbrocken, dauernd in Gefahr, über den Lenker zu gehen, ganz schwierig, die richtig Mischung aus Bremsen und Rollenlassen zu finden ... Kurz: ich bin wirklich froh, als wir Asphalt erreichen und von da ziemlich stress- und gefahrlos nach Alleghe runterrollen.

In Alleghe müssen wir zunächst ein wenig auf das Aufsperren des Supermercados warten, aber dann gibt's eine kleine Jause am See ... bei leichtem Nieseln: letztendlich hat uns das Sauwetter (gegen 14:00?) nun doch eingeholt; es wird unser treue Gefährte für die nächste Zeit bleiben!

Aber da hilft nichts (im Moment zumindest nicht): Regenverhüterli über den Rucksack und einfach weiter! Wir fahren Stanciu's Eskapaden rund um das Westufer des Sees nicht nach, sondern nehmen den direkten Weg am Ostufer nach Masare und tasten uns mittels Roadbook rauf nach San Tomaso (und ich bleibe dabei: so viel Arbeit es auch sein mag, so ein Roadbook zu erstellen, und so akribisch genau es auch sein mag: das Nachfahren ist ein Gräuel und hat mit Schnitzeljagd mehr zu tun, als mit Radfahren). Gemeinsam finden wir letztendlich auch den rechten Weg (dank der "grünen Pfeile") mit enormen Steigungsprozenten, die wir nur der Herausforderung wegen "durchtreten" - ökonomischer und schneller wäre es wohl wirklich, auf diesen Stellen zu schieben!

Nach kurzer Verwirrung, ausgelöst von dem Neubau eines Weges und einem "blinden Fleck" in unserem Kartensystem, kommen wir letztendlich zum Rif. Staulanza. In Anbetracht des stetigen Nieselregens und der bereits absolvierten 2500 Höhenmeter beginnen wir gleich einmal mit der Quartiersuche: leider keine Zimmer, aber ein Tipp für Brusolade. Es bleibt uns daher gar nichts anderes über, als bei immer stärkeren Regen und immer tieferen Boden mit immer dickerer Dreckschicht unsere Fahrt fortzusetzen. Das Wegerl wäre ja wirklich klass', aber es bei diesem Wetter zu genießen, fällt einem wirklich nicht leicht!

Das nächste Dörfchen (Caviola) scheint bis auf ein Zweibettzimmer ausgebucht zu sein und so geht es weiter runter nach Brusolade: dort ist alles ziemlich teuer (€ 36,-) oder ohnedies ausgebucht: als ich in einem Albergo nach einem freien Zimmer frage, lacht mich der Wirt richtiggehend aus! Wilfried hat bei einer Nachfrage mehr Glück und wir kommen (zufälligerweise wirklich in dem Tipp vom Rif. Staulanza) um € 32,- in einem Dreibettzimmer mit Stockbett unter; immerhin ist ein Kübel voll warmen Wasser für die grobe Entschlammung unserer Bikes im Preis inbegriffen.

Kaum zu glauben, wie angenehm eine warme Dusche sein kann ...

 

© Manfred Widmann

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